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Runder Tisch zur PCB-Krise in Dortmund

Runder Tisch für Transparenz und Information

Die Envio AG, ein Unternehmen zum Recycling PCB-gefüllter Transformatoren, hat in Dortmund einen Skandal ausgelöst. PCB-haltige Stäube haben die Beschäftigten vergiftet (bis zu Faktor 25.000 über dem Richtwert). Mitarbeiter benachbarter Unternehmen sind ebenfalls belastet und die benachbarte Kleingartenanlage erhielt Verzehrverbote. Die Landesregierung  NRW hat einen Runden Tisch mit folgender Zielsetzung eingerichtet:

  • das Handeln der Behörden transparent machen
  • Informationen besser und verständlicher vermitteln und
  • einen direkten Kontakt zwischen Betroffenen und Behörden erreichen.

IKU hat gemeinsam mit Eberhard Weber als ehrenamtlichem Leiter des Runden Tisches die Zusammensetzung geplant und drei Sitzungen moderiert.

Zusammensetzung des Runden Tisches
Das Dialoggremium bestand aus einem engeren Kreis, der mit Bürgerinnen und Bürgern, Betroffenen und der Führungsebene von Behörden besetzt war. Ein äußerer Kreis aus Multiplikatoren und Experten verschiedener Fachrichtungen wurde laufend informiert und bei Bedarf zu den Beratungen hinzugezogen. Die Sitzungen des Runden Tisches fanden im vertraulichen Rahmen statt, die Dokumentation der Ergebnisse ist öffentlich.

Unser Fazit:
Der direkte Kontakt von Verantwortlichen und Betroffenen hat das gegenseitige Verständnis gesteigert.
Misstrauen konnte abgebaut werden, ein stabiles Vertrauensverhältnis ist jedoch noch nicht entstanden.

  • Der Runde Tisch hat den Informationsfluss von Behörden zu Interessengruppen deutlich ausgeweitet. Unterlagen waren schnell verfügbar. Leider war die IKU-Projekt-Homepage nach Abschluss der letzten Sitzung der einzige Ort mit gebündelter Information für die Beteiligten.
  • Die Lösungs- und Zukunftsorientierung in der 2. bzw. 3. Sitzung des Runden Tisches hat dazu beigetragen, dass die Akteure nicht bei der Diskussion von Schuldfragen stehen bleiben, sondern den Blick auch nach Vorne auf konkrete Hilfs- und Lösungsmöglichkeiten richten.
  • Die Erfahrungen des Runden Tisches machen Mut für ein diskursives Vorgehen.
  • Die Bedeutung der Kommunikationsaufgaben für die Problemlösung und die Emotionalität der Diskussion wurde unterschätzt.

Ansprechpartner sind Dr. Frank Claus und Bianca Bendisch
Kontakt zu Eberhard Weber