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Kreis Steinfurt: Klimaschutz spielt die erste Geige

In der über 300 Jahre alten Steinfurter Bagno Konzertgalerie, wo sonst Musiker den Raum bespielen, fand am 18. Mai 2010 die Veranstaltung „Klimaschutz im Zukunftskreis: Wer macht mit? Wer macht was?“ statt. Sie bildet den Abschluss der Konsultationsphase zum integrierten Klimaschutzkonzept des Kreises Steinfurt. Rund 100 interessierte Gäste nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und mit Klimaschutz-Machern im Kreis Steinfurt ins Gespräch zu kommen.

Energieautark bis 2050!
Seit Ende 2009 arbeiten B.A.U.M. Consult GmbH aus Hamm und IKU im Auftrag der Kreisverwaltung an einer Gesamtstrategie für den Klimaschutz. Ein ambitioniertes Ziel hatte Landrat Thomas Kubendorff schon beim Auftakt vorgegeben: „Energieautark bis 2050“. Schon seit vielen Jahren laufen im Kreis an verschiedenen Stellen unterschiedlichste Klimaschutzaktivitäten. Sie sollen in einem schlüssigen Gesamtkonzept gebündelt werden.

Drei Kernelemente prägen das Konzept:
1.  Eine CO2-Bilanz. Im Kreis Steinfurt liegt der jährliche CO2-Ausstoß pro Einwohner bei 8,8 Tonnen. Das haben die Datenerhebungen ergeben. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt beträgt zur Zeit 9,5 Tonnen.

2.  Eine Potenzialanalyse. Wie können die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden? Die Abschätzungen der B.A.U.M.-Experten zeigen, dass die Region über große, bisher nicht genutzte Potenziale der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien verfügt. Energieautark zu werden, ist machbar!

3.  Ein Konsultationsprozess. Im Rahmen von Gesprächen, Workshops und Veranstaltungen wurden Akteure aus Kommunen, Wissenschaft und Forschung, aus der Landwirtschaft, aus Bildung, Ehrenamt, Wirtschaft und Politik eingebunden.

Klimaschutz im Dialog
Noch in Arbeit ist das darauf aufbauende Handlungsprogramm mit Maßnahmen, die aus gutachterlicher Sicht dem Kreis Steinfurt helfen, die skizzierten Potenziale auch tatsächlich zu erschließen. Für den fachlichen Teil ist B.A.U.M zuständig, die Empfehlungen für die Kommunikationsaktivitäten formuliert IKU. Wie „Klimaschutz im Dialog“ konkret geht, zeigten übrigens auch die exemplarisch ausgewählten Projektaussteller im Bagno sehr anschaulich.

Läuft alles wie geplant, liegt das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) Ende 2010 dem Kreistag zur Beschlussfassung vor. Ulrich Ahlke, Leiter des Agenda 21-Büros des Kreises und verantwortlich für das Klimaschutzkonzept, ist optimistisch, dass die Umsetzung dann weiteren Rückenwind erhält. Schließlich bringe Klimaschutz neben den Umwelteffekten auch Investitionen, und damit auch Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Er hofft, dass auch die Bundesregierung dieses Argument nicht aus dem Blick verliert und der Kreis Steinfurt auch in der Umsetzungsphase von den Fördermitteln des Berliner Umweltministeriums im Rahmen der Klimaschutzinitiative profitieren kann.

Ansprechpartnerin bei IKU: Petra Voßebürger