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IKU-Tagung nachhaltige Akzeptanzkrise

Ernstes Problem oder selbsterfüllende Prophezeiung?

„IKU sagt Dinge, die man manchmal nicht hören will, aber immer hören sollte.“ Mit diesen Worten eröffnete Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau am 26. Mai 2011 die IKU-Tagung „Nachhaltige Akzeptanzkrise?“. 45 Teilnehmer versammelten sich zu diesem Thema im 18. Stock des Harenberg City Centers in Dortmund. Und das nicht nur, um den herrlichen Ausblick zu genießen, sondern um mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über Akzeptanzgewinnung und -probleme bei Infrastruktur- und Industrieprojekten zu diskutieren.

Zwei Anlässe gab es für die Tagung: zum einen das 20-jährige Jubiläum der Dialoggestalter der IKU GmbH, zum anderen die immer lauter werdenden Bürgerproteste gegen Großprojekte seit Stuttgart 21. So schwierig das Thema, so vielseitig seine Inhalte: IKU-Geschäftsführer Dr. Frank Claus sieht Akzeptanz als notwendige Grundlage für Kompromisse in Stakeholder-Dialogen. Prof. Dr. Peter Wiedemann ging als Experte für Risikokommunikation auf die Gründe der Akzeptanzkrise ein: Entrüstung als wahrgenommener Verstoß moralischer Grundsätze sei ein Auslöser für kollektive Demonstrationen. Der umstrittene Begriff „Wutbürger“ lieferte den Einstieg in die Diskussion.

„Das Wort Akzeptanz mag ich gar nicht“, meint Dr. Henning Friege, Vorstand des Vereins „Zukunft durch Industrie e. V.“. „Handlungen müssen nicht akzeptiert werden, sondern es müsse verstanden werden, warum man sie begehe.“ Wichtig seien gemeinsam getragene Leitbilder, die möglichst genau gewollte Zustände der Industrialisierung beschreiben, um fundamentalen Haltungen begegnen zu können.

Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, schlug eine ganz andere Richtung ein: „Befinden wir uns wirklich in einer Akzeptanzkrise oder reden wir uns die Probleme nur ein?“ Er warnte vor einer psychologischen „self-fulfilling prophecy“ bevor die Tagung mit einer Gesprächsrunde der Rednern des Vormittags sowie dem BUND NRW-Landesvorsitzenden Paul Kröfges und IKU-Geschäftsführer Marcus Bloser ihren Abschluss fand. Trotz unterschiedlicher Meinungen über Ursache und Wirkung von Akzeptanz bei Großprojekten waren sich alle Beteiligten über eines einig: Dialoge sind wichtig, um Standpunkte zu klären und Gestaltungsspielräume auszuloten. Allerdings sollten sie von allen Seiten gewollt und mit klaren gemeinsam getragenen Zielen und Regeln versehen werden. Damit kann erreicht werden, dass sich auch kritische Bürger ernst genommen fühlen und über einen sachlichen Austausch der Interessen ein gemeinsames Maß einer verträglichen Toleranz gefunden werde.

Dr. Henning Fiege –
Mit Allianzen für das Gemeinwohl

Dr. Günther Horzrtzky –
Rede anlässlich der IKU-Tagung „Nachhaltige Akzeptanzkrise?“

Prof. Dr. Peter Wiedemann –
Was treibt die Wutbürger an und wie lässt sich Akzeptanz gewinnen?

Ansprechpartner ist  Dr. Frank Claus