Jugendengagement für Nachhaltigkeit stärken durch Dialog und transformatives Lernen

Obwohl die Angst vor Umweltverschmutzung und Klimawandel laut aktuellen Jugendstudien eine der größten Sorgen von Jugendlichen über alle Milieus hinweg darstellt, sind es überwiegend sogenannte „idealistische“ Jugendliche und junge Erwachsene, die sich zu den Themen des Umwelt- und Klimaschutzes engagieren. Junge Menschen aus anderen sozialen Milieus hingegen fehlt es oftmals an Anknüpfungspunkten zu ihren jeweiligen Lebenswelten, sodass sie sich weitaus weniger häufig zu diesen Themen beteiligen.

Vor diesem Hintergrund untersuchen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und das Umweltbundesamt Möglichkeiten, um Jugendliche und junge Erwachsene, die bisher nicht im Bereich Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit engagiert sind, für diese Themen zu erreichen und für ein Engagement zu sensibilisieren und zu beteiligen. Ein besonderer Fokus des Projekts liegt darauf, Akteur*innen der offenen Jugendarbeit sowie aus Jugendverbänden unterschiedlicher Themenbereiche (gesellschaftspolitische, kulturelle, caritative Engagement-Felder) zusammenzubringen und sie in transformativen Dialogprozessen dazu zu befähigen, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bislang nicht für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen engagieren, hierfür zu sensibilisieren, nachhaltiges Handeln anzustoßen und das Engagement dieser jungen Menschen zu stärken bzw. zu erhöhen.

Das Projekt umfasst einen Mix verschiedener Forschungs- und Dialogformate. Eine Akteursfeld- und Zielgruppenanalyse mit Desktop- und Literaturrecherchen sowie Experteninterviews bildet eine Grundlage zur Zielgruppe. In einem 1,5-tägigen Engagementforum wird ein Praxisaustausch der Aktuer*innen zu ihren Erfahrungen in der Arbeit mit jungen Menschen und ein Entwickeln von Kooperationsideen ermöglicht. In konkreten Modellprojekten werden Potenziale von Kooperationen und transformativen Lernen (vor Ort) direkt erprobt und evaluiert. Ein 15-köpfiger Beirat begleitet das Projekt mit seinem Fachwissen über die gesamte Laufzeit. Die Erkenntnisse des Vorhabens münden in ein praxisorientiertes Handbuch für Jugendorganisationen und Einrichtungen offener Jugendarbeit sowie in politische Handlungsempfehlungen für das Umweltressort. Zudem werden die Ergebnisse im Rahmen eines öffentlichen Jugendforums vorgestellt und mit rund 100 Teilnehmenden diskutiert.

Das UBA hat ein Konsortium aus IKU_Die Dialoggestalter, ConPolicy, Unabhängiges Institut für Umweltfragen, ism – Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH, zweiband.media und Kirsch Kürmann mit der Durchführung des Projekts beauftragt. IKU ist verantwortlich für die Projektleitung, Projektmanagement, den Projektbeirat und kümmert sich um die Vorbereitung, Moderation und Dokumentation der Dialogveranstaltungen. Gemeinsam mit UfU koordiniert und begleitet IKU zudem die drei Modellprojekte. 

Durchgeführt von: IKU_Die Dialoggestalter im Konsortium mit ConPolicy, Unabhängiges Institut für Umweltfragen und ism – Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH

Ansprechpartnerin: Julia Barth

August 2023