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Beeinflusst eine Grenzwertverschärfung die Akzeptanz des Netzausbaus?

In der Diskussion um den Bau von Stromtrassen in Deutschland ist die Akzeptanz der Anlieger eine entscheidende Frage. Zur Problemlösung wird manchmal vorgeschlagen, freiwillig Grenzwerte zu verschärfen bzw. Vorsorgewerte einzuführen.

Es ist unklar, welche Wirkungen ein solches Vorgehen auf die Akzeptanz von Höchstspannungsleitungen hätte.  Was verstehen und empfinden Menschen, wenn eine Grenzwertsenkung mitgeteilt wird, was ist die Botschaft dahinter? Sehen Sie eher die Gesundheitsgefahr, die über Jahrzehnte unzureichend beachtet wurde? Welche Haltung fördert das gegenüber konkreten Leitungsbauvorhaben?

Diesen Fragen sind wir in einer Studie gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Wiedemann, Leiter des Wissenschaftsforums EMF in Berlin nachgegangen.

Die Kernergebnisse:

  • Die Auswertung der wissenschaftlichen Literatur, unsere eigene empirische Studie sowie die Erfahrungen mit Grenzwertsenkungen in Bereich des Mobilfunks in Europa sprechen dafür, dass Grenzwertverschärfungen auch im Bereich der Niederfrequenz nicht zu einer Akzeptanzverbesserung führen. Bestenfalls blieben sie in dieser Hinsicht wirkungslos.
  • Wenn über die  Einhaltung eines Vorsorgegrenzwertes informiert wird, steigt die Distanz, in der eine Höchstspannungsleitung akzeptiert wird. Wer aufgefordert ist mehr nachzudenken, gibt im Mittel eine höhere Distanz zu einer Höchstspannungsleitung an.
  • Werden die Versuchspersonen nach ihrer Meinung gefragt, ob  die Einhaltung eines Grenzwerts ihre Ängste und Befürchtungen ausräumt, so spielt es keine Rolle, ob mit einem Vorsorge-Grenzwert argumentiert wird.  Die Versuchspersonen reagieren immer eher skeptisch bis ablehnend.

Die Studie steht hier zum Download für Sie bereit.
Artikel zur Studie aus der Zeitschrift „Energiewirtschaftliche Tagesfragen“.

Ansprechpartner ist Dr. Frank Claus